Alte Meister

  • 27. Juli 2026

    „Nur was sich löst, kann sich versammeln.“ Kaum ein Satz hat die klassische Reitkunst so geprägt wie dieser Leitsatz von Gustav Steinbrecht. Bis heute gilt er als Fundament einer pferdegerechten Dressurausbildung und fasst in wenigen Worten zusammen, worauf wahre Versammlung beruht: Sie ist kein künstlich erzeugter Zustand, sondern das Ergebnis einer systematischen Gymnastizierung. In [...]

  • 18. Juli 2026

    Romantik der Bewegung, Härte der Arbeit: In der klassischen Reitkunst ist eine Lektion besonders widersprüchlich—und genau deshalb begehrt. Terre à terre („Boden zum Boden“) bezeichnet eine hochversammelte Ausbildungsstufe, bei der sich das Pferd in einer Art Galopp ohne Schwebephase vorwärtsbewegt. Dabei zeigt sich ein charakteristisches Bild: Die Hinterhand beugt sich extrem und trägt die Hauptlast, [...]

  • 12. Juli 2026

    Von der Stallarbeit zur Aufgabe fürs Wissen Das Einreiten junger Pferde war nie nur eine technische Routine. Schon in den Überlieferungen der Reitmeister zeigt sich: Hinter den ersten Lektionen steckt ein Zusammenspiel aus Menschenkenntnis, Auswahlkompetenz und Verantwortung. Denn Fehler in der Anfangsphase können sich später rächen — für das Pferd ebenso wie für den Menschen. [...]

  • 17. Juni 2026

    Der Kappzaum ist ein wichtiges Werkzeug in der Reitkunst, dessen Wurzeln in der Renaissance und dem Barock verortet werden. Seine Idee ist klar: das Pferd sanft zu arbeiten, die Führung über den Kopf zu ermöglichen und so die Verbindung zum Pferd zu verbessern. Trotzdem bekommt der Kappzaum immer wieder ein falsches Bild verpasst. Kaum [...]

  • 1. Juni 2026

    Leben, Wirken und Vermächtnis eines bedeutenden Dressurausbilders Oskar Maria Stensbeck (1858–1939) gehört zu den prägendsten Figuren der deutschen Dressurausbildung im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Als Ausbilder, der Reiten als Kunstform begreift und zugleich eine wissenschaftlich fundierte Praxis vertritt, hat er Generationen von Berufsreitern beeinflusst. Sein Lebensweg spiegelt die Entwicklung der Reitausbildung in Deutschland [...]

  • 9. November 2025

    Grundlagen, Zitate und Quellen Die klassische Reitkunst steht auf den Schultern von Meistern, deren Lehren bis heute Maßstab für feines Reiten, gesunde Ausbildung und nachhaltige Gymnastizierung sind. Von Xenophon über Pluvinel und de la Guérinière bis Steinbrecht, Baucher und Seunig: Ihre Schriften verbinden Ethik, Biomechanik und Methodik zu einer Tradition, die auch in der modernen [...]

  • 16. Oktober 2025

    Als 1842 in Paris Auberts „Équitation des Dames“ erschien, traf es den Nerv einer Epoche, in der Reiten für Damen zwischen gesellschaftlicher Repräsentation, modischer Eleganz und wachsendem Selbstverständnis stand. Das Buch ist mehr als ein Lehrgang für den Seitensattel: Es ist ein Plädoyer für Leichtigkeit, Maß und das aufmerksame Gespräch mit dem Pferd. „Il [...]

  • 15. Oktober 2025

    In den Ställen der alten Reitkultur lag mehr als Technik: Es war eine Schule des Feingefühls, eine Disziplin, die Pferd und Reiter in eine harmonische Einheit verwandelt. Von den gotischen Hallen Europas bis zu den staubigen Arenen Zentralasiens flüstern die Lehren der Meister über Geduld, Timing und Respekt vor dem Tier. Xenophon, einer der frühesten [...]

  • 11. September 2025

    Ludwig Hünersdorf wurde am 11. Februar 1748 in Mengsberg geboren und starb am 12. September 1812. Als Jüngling trat er in ein hessisches Kürassierregiment als Fahnenträger ein, wo sein bemerkenswertes Talent im Umgang mit Pferden auffiel. Aus dem Regiment ausgetreten, begann er eine Ausbildung an der Reitakademie Kassel; nach Abschluss dieser Ausbildung nahm er eine [...]

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