Kürbis für Pferde? Ja! Doch Halloween-Kürbisse sind nicht immer geeignet. Erfahren Sie, wie viel Kürbis Pferde fressen dürfen und worauf es bei der Fütterung ankommt. Hofreitschule News Pferdenachrichten

Herbstlicher Snack für Pferde: Frischer, unbehandelter Kürbis darf in kleinen Mengen verfüttert werden – der Halloween-Kürbis sollte jedoch genau kontrolliert werden. / Foto iStock

Dürfen Pferde Kürbis fressen?

24. September 2026

Warum der Herbst-Snack für Pferde geeignet sein kann – und warum der Halloween-Kürbis nicht einfach auf die Weide gehört

Der Herbst ist da: Die Tage werden kürzer, auf den Höfen stehen Kürbisse vor den Ställen und überall leuchten orangefarbene Halloween-Kürbisse. Doch was passiert eigentlich mit den Kürbissen, wenn Halloween vorbei ist?

Darf der Kürbis dann auf den Speiseplan des Pferdes?

Die Antwort lautet grundsätzlich: Ja. Pferde können Kürbis fressen. Auch die Kerne gelten bei orangefarbenen Kürbissen als unbedenklich. Allerdings kommt es darauf an, welcher Kürbis verfüttert wird und wie er vorbereitet wurde.

Kürbis statt Leckerli?

Für viele Pferde kann frischer Kürbis ein interessanter saisonaler Snack sein. Das Fruchtfleisch enthält unter anderem Ballaststoffe und verschiedene Nährstoffe. Trotzdem sollte Kürbis immer ein Leckerbissen und kein Ersatz für Heu oder die normale Ration bleiben. Denn Pferde sind auf eine faserreiche Grundfütterung aus Heu und/oder Weidegras eingestellt. Neue Futtermittel sollten deshalb grundsätzlich nur in kleinen Mengen angeboten werden. Eine plötzliche größere Menge eines ungewohnten Futtermittels kann den Verdauungstrakt belasten.

Wie viel Kürbis darf ein Pferd bekommen?

Die Michigan State University Extension empfiehlt, Kürbis nur in kleinen Mengen als saisonalen Leckerbissen zu füttern. Genannt werden etwa ein bis zwei Scheiben beziehungsweise maximal ungefähr ein bis zwei Tassen pro Tag.

Wichtig ist dabei: Das sind allgemeine Empfehlungen und keine für jedes Pferd passende Ration. Alter, Gewicht, Gesundheitszustand und die übrige Fütterung spielen ebenfalls eine Rolle.

Gerade bei Pferden mit besonderen Stoffwechsel- oder Verdauungsproblemen sollte man neue Futtermittel vorher mit Tierarzt oder Fütterungsexperten besprechen.

Darf das Pferd die Kürbiskerne mitfressen?

Ja. Bei orangefarbenen Kürbissen gelten auch die Kerne als sicher.

Im Internet findet man allerdings immer wieder die Behauptung, Kürbiskerne könnten Pferde entwurmen. Hier ist Vorsicht angebracht: Dafür gibt es keinen ausreichenden wissenschaftlichen Nachweis. Dass Kürbiskerne deshalb als natürliche Wurmkur eingesetzt werden können, lässt sich aus den bisherigen Erkenntnissen nicht ableiten. Kürbiskerne dürfen also durchaus mitgefressen werden – eine Wurmkur ersetzen sie aber nicht.

Halloween-Kürbis? Lieber genau hinschauen!

Jetzt kommt der wichtigste Punkt.

Ein Kürbis, der mehrere Tage oder Wochen als Halloween-Dekoration vor der Haustür gestanden hat, ist nicht automatisch ein Pferdeleckerli.

Auf keinen Fall sollte ein Pferd einen Kürbis bekommen, der:

  • mit Kerzenwachs in Berührung gekommen ist,
  • bemalt oder dekoriert wurde,
  • mit anderen Stoffen behandelt wurde,
  • schimmelt oder fault,
  • innen bereits weich und verdorben ist.

Gerade geschnitzte Halloween-Kürbisse verderben relativ schnell. Wärme, Feuchtigkeit und Bakterien können dazu führen, dass der Kürbis nicht mehr als Futtermittel geeignet ist.

Deshalb gilt: Halloween-Kürbis ist nicht gleich Pferdekürbis.

Wer seinem Pferd Kürbis geben möchte, sollte besser einen frischen, unverdorbenen und unbehandelten Kürbis verwenden.

Und was ist mit dem Stiel?

Auch hier gilt: lieber vorsichtig sein.

Die Michigan State University Extension rät davon ab, Teile des Kürbisses mit dem Stiel zu verfüttern, weil dieser ein Risiko beim Verschlucken darstellen kann. Am einfachsten ist es deshalb, den Kürbis zunächst zu kontrollieren, den Stiel zu entfernen und das Fruchtfleisch in kleinere Stücke zu schneiden.

Kürbis lieber in Stücke schneiden

Ein ganzer Kürbis sieht auf der Weide zwar lustig aus und kann für manche Pferde eine interessante Beschäftigung sein. Für die Fütterung ist es jedoch sicherer, den Kürbis in kleinere Stücke zu teilen. Die Stücke sollten nicht so groß sein, dass das Pferd sie hastig hinunterschlingen kann. Die Michigan State University empfiehlt, einzelne Stücke nacheinander anzubieten, um das Risiko des Verschluckens zu verringern. Wer mehrere Pferde hält, sollte außerdem darauf achten, dass kein Futterneid entsteht. Besser mehrere kleine Portionen verteilen als einen einzigen Kürbis zwischen vielen Pferden liegen lassen.

Nicht jeder Kürbis ist automatisch geeignet

Bei „Kürbis“ sollte man außerdem nicht einfach jede Kürbisfrucht aus dem Garten mit dem Begriff Speisekürbis gleichsetzen. Die Empfehlung der Michigan State University bezieht sich ausdrücklich auf orangefarbene Kürbisse. Von der Aussage „Kürbis ist für Pferde ungefährlich“ sollte deshalb nicht automatisch auf alle Kürbisgewächse oder Zierkürbisse geschlossen werden.

Zierkürbisse gehören nicht in den Pferdetrog.

Ein kleiner Herbstspaß für Pferd und Mensch

Kürbis kann im Herbst also durchaus für Abwechslung sorgen. Manche Pferde mögen das süßlich schmeckende Fruchtfleisch sofort, andere müssen sich erst an das ungewöhnliche Futter gewöhnen. Und genau das macht den Kürbis auch als kleine Beschäftigung interessant: Ein kleiner, frischer Kürbis kann – richtig vorbereitet – nicht nur ein saisonaler Snack, sondern auch eine neue Erfahrung für das Pferd sein.

Wichtig bleibt dabei immer:

Frisch. Unbehandelt. Kleine Menge. Kleine Stücke.

Dann kann aus dem Halloween-Kürbis tatsächlich ein kleiner Herbstgruß für den Stall werden.

Quelle

Michigan State University Extension: Trick or treat: Feeding pumpkins to horses, Thomas Guthrie, 12. Oktober 2018. Die Veröffentlichung kommt zu dem Schluss, dass orangefarbene Kürbisse einschließlich der Kerne für Pferde als saisonaler Leckerbissen geeignet sind, wenn sie in Maßen und richtig vorbereitet angeboten werden.

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