Pferdehaltung bedeutet Verantwortung: Das Tierschutzgesetz schützt das Tier und stellt Anforderungen an seine Haltung, Pflege und Versorgung. / Foto_ iStock Chalabala

Wann wird ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz zur Straftat?

1. September 2026

Tierschutz ist nicht nur eine Frage der Verantwortung – in schweren Fällen kann ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz auch eine Freiheitsstrafe nach sich ziehen. Was Pferdehalter wissen sollten.

Ein aktueller Fall aus Bayern zeigt, welche Konsequenzen Verstöße gegen das Tierschutzrecht haben können. In einem Verfahren wurde eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten ohne Bewährung verhängt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Weitere Vorwürfe sind noch Gegenstand von Verfahren.

Für die Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

Der Fall wirft eine grundsätzliche Frage auf: Wann wird aus einem Verstoß gegen den Tierschutz eine Straftat?

Was verlangt das Tierschutzgesetz?

Das Tierschutzgesetz stellt klare Anforderungen an die Haltung von Tieren. Wer ein Pferd hält oder betreut, muss es seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen. Auch die Möglichkeit zu artgemäßer Bewegung darf nicht so eingeschränkt werden, dass dem Tier Schmerzen, vermeidbare Leiden oder Schäden entstehen. Außerdem müssen Halter über die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.

Das bedeutet: Pferdehaltung ist auch eine rechtliche Verantwortung.

Wann wird es strafbar?

Nicht jeder Fehler in der Pferdehaltung ist automatisch eine Straftat. Das Tierschutzgesetz unterscheidet zwischen Ordnungswidrigkeiten und Straftaten.

Besonders wichtig ist § 17 Tierschutzgesetz. Bei bestimmten schweren Verstößen kann eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren verhängt werden. Dazu gehören unter anderem das Töten eines Wirbeltieres ohne vernünftigen Grund oder das Zufügen erheblicher Schmerzen oder Leiden.

Entscheidend sind immer die konkreten Umstände des jeweiligen Falles und das, was vor Gericht nachgewiesen werden kann.

Was bedeutet das für Pferdehalter?

Tierschutz beginnt im Alltag. Pferdehalter sollten deshalb regelmäßig prüfen:

  • Sind Fütterung und Wasserversorgung ausreichend?
  • Haben die Pferde genügend Bewegung und Sozialkontakt?
  • Werden Krankheiten und Verletzungen rechtzeitig erkannt und behandelt?
  • Ist die Haltung an die Bedürfnisse des einzelnen Pferdes angepasst?
  • Sind die Personen, die das Pferd betreuen, entsprechend sachkundig?

Das Bundesministerium für Landwirtschaft hat dafür eigene Leitlinien für den Tierschutz im Pferdesport veröffentlicht. Sie sollen Behörden, aber auch Pferdehaltern und anderen Personen, die mit Pferden umgehen, als Orientierung dienen. Die Leitlinien sind allerdings keine Gesetze und nicht selbst rechtsverbindlich.

Tierschutz geht jeden Pferdemenschen an

Die meisten Pferdehalter kümmern sich verantwortungsvoll um ihre Tiere. Trotzdem lohnt es sich, die eigene Haltung regelmäßig kritisch zu überprüfen.

Denn Tierschutz bedeutet nicht nur, ein Pferd gut zu behandeln. Er bedeutet auch, seine Bedürfnisse zu kennen und die eigene Verantwortung ernst zu nehmen.

Und in schweren Fällen kann diese Verantwortung auch vor Gericht eine Rolle spielen.

Teile den Beitrag!

Hat Dir der Artikel gefallen?
Dann bedanke Dich bei uns mit einer Tasse Kaffee!

Deine Spende, egal wie hoch, hilft das Du das Magazin weiterhin kostenlos lesen kannst!

Go to Top