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Feldspitzmäuse als natürliche Wirte: Übertragung des Borna-Virus auf landwirtschaftliche Tiere durch Kontakt mit Mäusen oder deren Ausscheidungen. / Pixabay

Seit einem Jahrhundert bekannt: Das klassische Bornavirus und seine Auswirkungen bei Tieren

28. Juni 2025

Das sogenannte „klassische“ Bornavirus ist seit über 100 Jahren bekannt und gilt als Erreger der sogenannten Bornaschen Krankheit, die bereits im 19. Jahrhundert bei Tieren beschrieben wurde. Diese Erkrankung, auch bekannt als Bornasche Enzephalitis, ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Gehirns (Meningoenzephalitis), die vor allem bei Pferden und Schafen auftritt.

Historie und Krankheitsbild

Bereits im späten 19. Jahrhundert wurde beobachtet, dass bestimmte Tiere an einer fortschreitenden Gehirnentzündung leiden, die sich durch Bewegungsstörungen, Verhaltensänderungen und andere neurologische Symptome äußert. Die Erkrankung verläuft meist langsam und führt in vielen Fällen zum Tod des betroffenen Tieres. Aufgrund der hohen Sterblichkeitsrate gilt das Bornavirus als besonders gefährlich für landwirtschaftliche Nutztiere.

Verbreitung und Häufigkeit

Das klassische Bornavirus tritt laut dem Robert Koch-Institut (RKI) nur selten auf. Es ist vor allem in bestimmten abgegrenzten Regionen in Ost- und Süddeutschland sowie in Teilen von Liechtenstein, Österreich und der Schweiz nachweisbar. Die Verbreitung ist begrenzt, was auf eine enge Verbindung zu natürlichen Reservoiren hinweist.

Natürliche Wirte: Feldspitzmäuse

Als natürliches Reservoir für das Virus gelten Feldspitzmäuse. Diese kleinen Nagetiere tragen das Virus in sich, ohne selbst schwer erkrankt zu werden. Über Kontakt mit diesen Mäusen oder deren Ausscheidungen können die Viren auf landwirtschaftlich genutzte Tiere übertragen werden.

Bedeutung für die Tierhaltung

Obwohl das klassische Bornavirus nur selten vorkommt, stellt es für betroffene Tierhalter eine ernsthafte Bedrohung dar. Die Erkrankung ist schwerwiegend und führt häufig zum Tod der Tiere. Daher sind Vorsorgemaßnahmen wie Hygiene im Stallbereich sowie Überwachung der Tiergesundheit essenziell.

Das klassische Bornavirus ist seit mehr als einem Jahrhundert bekannt und bleibt eine wichtige Ursache für schwere neurologische Erkrankungen bei Nutztieren in bestimmten Regionen Europas. Die Kenntnis um die Reservoirfunktion der Feldspitzmäuse hilft dabei, gezielt Präventionsmaßnahmen zu entwickeln und die Ausbreitung einzudämmen.

 

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