Sonnenschutzmasken fürs Pferd, Sonnenbrand beim Pferd

Geeignete Masken für Kopf und Nase schützen helle Pferde vor Sonnenbrand. Weiden mit Bäumen und Sträuchern bieten natürlichen Schatten. / Foto: Privat

Sonnenbrand bei Pferden: Wenn helle Haut zum Risiko wird

10. Juni 2026

Winter werden zunehmend milder, während Sommer immer heißer und deutlich trockener ausfallen. Auch Frühling und Herbst bescheren uns häufiger warme, sonnige Tage. Einerseits freuen wir uns über das dauerhaft schöne Wetter, andererseits steigt mit der zunehmenden Sonneneinstrahlung das Risiko von Hautirritationen, Allergien, Sonnenbrand und Hautkrankheiten.

Wie beim Menschen gibt es auch bei Pferden Risikogruppen. Besonders betroffen sind helle Pferde – doch entscheidend ist nicht die Fellfarbe, sondern die Hautfarbe. So ist das Sonnenbrand-Risiko bei echten Schimmeln zum Beispiel meist nicht erhöht, da ihre Haut schwarz pigmentiert ist. Anders sieht es bei Cremellos, Falben, Perlino-Pferde, Isabellen oder Schecken aus. Auch große weiße Abzeichen am Kopf oder an den Beinen erhöhen die Gefahr, denn darunter liegt rosafarbene Haut und nicht wie sonst bei Pferden schwarz – es fehlen also Pigmente, genauer Melanin. Dieses Pigment bestimmt die Hautfarbe, dazu absorbiert es die schädlichen Anteile des Sonnenlichts und verhindert so Schäden tiefer liegender Hautschichten

Was bedeutet das für Halterinnen und Halter?

Zunächst gilt der Grundsatz: Schatten, Schutz und regelmäßige Kontrolle. Pferde sollten möglichst viel Zeit im Schatten verbringen, besonders in der Mittagszeit, wenn die UV-Strahlung am stärksten ist. Großer Wert sollte darum auf geeignete Schattenplätze auf Weide oder Paddock gelegt werden. Zusätzlich können spezielle Sonnencremes oder Schutzmittel für empfindliche Hautpartien helfen, solange sie speziell für Tiere geeignet sind. In schweren Fällen lohnt sich auch der Einsatz von leichten UV‑Augen- oder Nasenmasken oder speziellen Decken, die die Haut bedecken, ohne das Tier zu überhitzen.

Welche Symptome treten bei Sonnenbrand auf?

Die ersten Anzeichen einer Verbrennung durch die Sonne zeigen sich nicht sofort, sondern erst nach einigen Stunden. Den Schweregrad einer Sonnenverbrennung lässt sich in drei Stufen einteilen:

  • Stufe 1: Es handelt sich um einen leichten Sonnenbrand. Hautirritationen lassen die betroffenen Stellen leicht gerötet erscheinen. Diese Stufe ist bereits mit Schmerzen für das Pferd verbunden. Die Haut ist unter Spannung und warm bis heiß.
  • Stufe 2: Die verbrannte Haut ist stark rot, warm und erste Blasen und Schwellungen haben sich gebildet. Die Tiere lassen sich ungern daran anfassen. Die Kontrolle durch einen Tierarzt ist ratsam.
  • Stufe 3: Die Haut ist stark verbrannt, stark gerötet und heiß. Tiefer liegende Entzündungsherde führen häufig zu Fieber. Die geschädigte Haut kann sich lösen und abblättern. Offene Wunden können entstehen und einen neuen Infektionsherd bilden. Ein Tierarztbesuch ist unumgänglich. Häufig wirken die Tiere schlapp, matt, energielos und krankheitsbetont.

Hautkrebs bei Pferden?

Bei Verbrennungen der Haut können sich gelegentlich auch Geschwüre entwickeln. Besonders die UV-A-Strahlung dringt in tiefer liegende Zelle vor und kann diese mutieren lassen. Hautkrebs ist nicht nur eine Erkrankung im human-medizinischen Bereich, sondern auch unsere Vierbeiner können davon betroffen sein!

Haben Sie bemerkt, dass die Haut Ihres Pferdes verbrannt aussieht?

Dann ist es Zeit, dem Tier helfend beizustehen. Grundsätzlich verfahren Sie dabei ähnlich wie beim Menschen. Wichtig sind:

  • Kühlung: Wie bei jeder Verbrennung hilft sie, die Haut zu beruhigen.
  • Wasser: Nach einem Sonnenbrand hat das Pferd einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf.
  • Schatten: Weitere Sonneneinstrahlung sollte unbedingt vermieden werden.
  • Cremes: Zur Regeneration der Haut eignen sich Wundheilsalben (keine fetthaltigen Cremes, diese behindern die Wärmeabgabe).

Tipp: Der Unterschied zwischen Kühlmittel und Haut sollte nicht zu intensiv sein. Eis eignet sich zum Beispiel nicht, da dadurch eher eine Kälteschädigung riskiert wird. Stattdessen arbeiten Sie am besten mit einem sehr sanften Wasserstrahl, kühlenden Gels oder feuchten Umschlägen. Sind letztere stark erwärmt, ist es Zeit sie auszutauschen.

Sonnencreme fürs Pferd 

Viele Reiter verwenden auch für ihr Pferd eine spezielle Sonnencreme. Diese Produkte sind oft frei von Duft- und Konservierungsstoffen und daher haut-, nasen- und fellverträglich. Beim Sonnenschutz gilt: der Lichtschutzfaktor (LSF) bestimmt nicht, wie viel UV-Strahl abgeblockt wird, sondern wie lange der Schutz anhält. Die Eigenschutzzeit wird mit dem LSF multipliziert (Beispiel: 10 Minuten Eigenschutz × 15 = 150 Minuten Schutz). Ein höherer LSF ist daher nicht immer besser – besonders bei kurzen Ausritten kann eine mildere Creme ausreichend sein und Hautreizungen vermeiden. Anwendung wie beim Menschen: auf empfindliche Stellen auftragen, einreiben und einziehen lassen. So lässt sich der Sommer-Ausritt genießen.

Teile den Beitrag!

Hat Dir der Artikel gefallen?
Dann bedanke Dich bei uns mit einer Tasse Kaffee!

Deine Spende, egal wie hoch, hilft das Du das Magazin weiterhin kostenlos lesen kannst!

„Du triffst nicht auf ein Pferd zufällig. Es ist das Schicksal, das dich zu ihm führt.“

Hofreitschule MGA Versicherung
Go to Top