Die iberischen Pferderassen begeistern die internationale Reiterwelt weltweit durch Eleganz, Temperament, vielseitige Einsatzmöglichkeiten und ihren ausgesprochen menschenbezogenen Charakter. / Foto iStock Javier Zayaz

Pferdekauf in Spanien: So findest du dein Traumpferd vor Ort

20. September 2025

Das Finden des passenden Pferdes in Spanien kann eine lohnende, aber herausfordernde Aufgabe sein. Der direkte Erwerb vor Ort bietet klare Vorteile: Transparenz, persönliche Eindrücke und die Möglichkeit, das Pferd in seiner gewohnten Umgebung zu erleben. Hier ist ein praxisnaher Leitfaden, wie du effektiv vorgehst.

Warum vor Ort kaufen?

Echtes Bild vom Verhalten: Du siehst, wie das Pferd im gewohnten Umfeld reagiert, wie es mit Bodenarbeit, Satteln und Hufe geben umgeht.
Realistische Einschätzung: Du kannst während der Ankaufsuntersuchung direkt mit dem zuständigen Tierarzt sprechen und Informationen austauschen.
Alltagsnähe: Du erfährst, wie das Pferd im täglichen Leben agiert – im Stall, bei Spaziergängen, im Umgang mit anderen Tieren.

Planung vor Ort

  • Zeitfenster: Plane mehrere Tage ein, um das Pferd ausgiebig kennenzulernen (Bodenarbeit, Longieren, Freiarbeit, Reiten).
  • Unterkunft: Nutze ggf. verfügbare Übernachtungsmöglichkeiten beim Verkäufer, um das Pferd in verschiedenen Situationen zu testen.
  • Situationskontakte notieren: Erstelle eine Checkliste, was du prüfen willst (Verhalten beim Putzen, Hufe geben, Begegnungen mit anderen Pferden, Reaktion im Gelände).

Prüfbereiche: Bodenarbeit & Reiten

  • Bodenarbeit: Achte auf Sanftheit, Bereitschaft zur Kooperation, Grundgehorsam, Entspanntheit beim Putzen und Satteln.
  • Longieren & Freiarbeit: Beobachte Kognition, Neugier, Nervosität oder Aggression, sowie Bewegungsfähigkeit.
  • Reiten auf Platz/Halle: Einschätzung von Dressur- oder Gangverhalten, Reaktionsschnelligkeit, Geländetauglichkeit, Hallenunverträglichkeit.
  • Reiten im Gelände: Wie reagiert das Pferd auf Straßen, unebenen Flächen, Geräusche und andere Tiere?

Ankaufsuntersuchung (TAP)

  • Warum vor Ort: Du kannst direkt mit dem Tierarzt zusammenarbeiten, Fragen klären und gegebenenfalls Röntgenbilder direkt besprechen.
  • Kostenrahmen: Plane grob 400–500 Euro für eine umfassende Ankaufsuntersuchung ein (Regionenabhängig).
  • Passcheck: Pferdepass und Identifikationsnummer prüfen (Lebensnummer, Passtyp, Alter, Impfungen).
  • Passarten verstehen:
    Roter Pass mit Abstammungsnachweis: Geeignet zur Identifikation von Rasse/Abstammung (z. B. PRE, Lusitano, Menorquin).
    Grüner Pass ohne Rassenachweis: Bei Cruzados oder gemischten Rassen kann Merkmalsübereinstimmung variieren.
  • Dokumente mit dem Tierarzt teilen: Röntgenaufnahmen, Pass, Impfdokumente, Vorberichte – sicherstellen, dass alles in Ordnung ist.

Wichtige Gesundheits- und Rechtsfragen

  • Impfungen: Prüfe, welche Impfungen für Transport und Einreise nötig sind.
  • Chip und Pass: Lebensnummer stimmt mit dem Chip überein; Pass enthält aktuelle und korrekte Informationen.
  • Versicherungsvorgaben: Kläre vor dem Kauf mögliche Versicherungen (Transport, Lebens- oder OP-Versicherung) – oft hilfreich bei zukünftigen Kosten.

Praktische Tipps für den Spanientransfer

  • Sprachbarrieren: Nutze ggf. einen Dolmetscher oder lokale Ansprechpartner, um Missverständnisse zu vermeiden.
  • Transportorganisation: Plane rechtzeitig Transport und Zollformalitäten, falls der Weg ins Ausland geht.
  • Absprachen mit Verkäufer: Klare Vereinbarungen zu Probetagen, eventuellen Rückgabebedingungen und Übergangsfristen treffen.

Ein Verkauf direkt in Spanien lohnt sich, weil du das Pferd in seinem gewohnten Umfeld kennst, direkt mit dem zuständigen Tierarzt arbeiten kannst und so oft Klarheit über Gesundheit, Verhalten und Eignung für dich bekommst. Mit einer sorgfältigen Vorbereitung, einer umfassenden Ankaufsuntersuchung und einem realistischen Zeitfenster erhöhst du deine Chancen auf den perfekten Schritt in eine gemeinsame Zukunft.

 

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„Du triffst nicht auf ein Pferd zufällig. Es ist das Schicksal, das dich zu ihm führt.“

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