Wird der Anblick der berühmten Pferdekutschen – der „Botticelle“ – auf dem Piazza Venezia in Rom schon bald der Vergangenheit angehören? / Foto iStock tupungato

Die Zukunft der „Botticelle“ steht auf dem Spiel

3. Juli 2026

Rom gilt als Stadt der Geschichte – doch ausgerechnet eine alte Tradition könnte bald verschwinden: die berühmten Pferdekutschen, die sogenannten „Botticelle“. Nach Angaben aus Verwaltungskreisen sind in der Hauptstadt aktuell nur noch 16 Gespanne im Einsatz. Damit gerät ein Angebot in Bedrängnis, das seit Jahren zwischen Kultur-Charme und Tierschutzdebatte steht.

Stadt plant das Aus – doch mit Übergangslösung
Die Stadt Rom sucht nun nach Sponsoren, um den Kutschern einen geordneten Umstieg zu ermöglichen: Statt der Pferdekutschen sollen Taxi-Lizenzen finanziell erleichtert werden. Ziel ist, die Nutzung von Pferden im Tourismus schrittweise zu beenden.

Dabei erhält der Plan offenbar Rückenwind: Mehrere Tierschutzorganisationen signalisierten bereits Unterstützung, sofern dadurch die Bedingungen für Tiere verbessert werden.

Uneinigkeit unter den Besitzern
Nicht alle Fiaker wollen mitmachen. Einige Kutscher setzen auf den Fortbestand ihrer Tätigkeit und wollen ihre Pferde nicht durch Fahrzeuge ersetzen. Ihr Argument: Sie sehen sich als diejenigen, die sich am besten um die Tiere kümmern—und widersprechen damit der Kritik, Pferde würden im städtischen Verkehr leiden.

Strengere Kontrollen angekündigt
Tierschutzbeauftragte warnen zudem, dass die Stadt im Zweifel härter durchgreifen werde. Sollte keine Einigung erzielt werden, kündigte die zuständige Beauftragte strengere Kontrollen an—bis hin zu Polizeistreifen, die gezielt prüfen sollen, ob Vorschriften eingehalten werden.

Regeln bei Hitze: Betrieb eingeschränkt
Rom hat bereits Grenzen für den Betrieb festgelegt: Bei Temperaturen über 30 Grad soll die Fahrt untersagt sein. Fahrten sind ansonsten vor allem in den frühen Morgenstunden und am Abend erlaubt. Begründet wird das mit dem Schutz der Tiere.

Warum die „Botticelle“ so umstritten sind
Die „Botticelle“ gelten seit Jahren als Symbol eines Relikts vergangener Zeiten. Kritiker sehen in ihnen eine überholte Praxis, Befürworter hingegen verweisen auf ihren touristischen und kulturellen Wert. Bereits 2009 gab es einen Vorschlag zur Umstellung auf Taxi-Lizenzen—damals wurde das Angebot jedoch nur von wenigen Kutschern angenommen.

Kultur trifft Tierschutz
Ob Rom die Pferdekutschen bald endgültig aus dem Stadtbild verdrängt, hängt nun davon ab, ob eine Einigung gelingt und welche Kompromisse Kutscher und Stadt finden. Sicher ist: Die Debatte um Tradition, Tourismus und Tierwohl steht am Rand einer Entscheidung.

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„Du triffst nicht auf ein Pferd zufällig. Es ist das Schicksal, das dich zu ihm führt.“

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