
Eine Stute mit ihrem gerade geborenen Fohlen – ein ruhiger Moment voller Nähe, der den Grundstein für eine gesunde Entwicklung legt. / Bild von rihaij auf Pixabay
Was Fohlen von Anfang an stark macht
6. Februar 2026
Der Frühling steht vor der Tür. In vielen Ställen bedeutet das: wachsende Vorfreude, letzte Vorbereitungen – und bald wieder neues Leben auf vier Beinen. Wenn in den kommenden Wochen die ersten Fohlen geboren werden, beginnt eine Phase, die entscheidender ist, als lange angenommen wurde.
Eine aktuelle Studie in Nature Communications zeigt eindrucksvoll: Die soziale Umgebung in den ersten Lebensmonaten prägt Fohlen tiefgreifend – im Verhalten, im Stoffwechsel und sogar in der Gehirnentwicklung.
Was heißt das konkret für Sie als Züchter*in?
Die Forschenden begleiteten Fohlen von Geburt an und untersuchten, wie sich mütterliche Nähe und soziale Interaktion auf ihre Entwicklung auswirken. Das Ergebnis ist klar:
Fohlen, die länger und intensiver mit ihrer Mutter und Artgenossen zusammenleben, entwickeln stabilere Grundlagen für ihr späteres Leben.
Diese Tiere zeigen:
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mehr soziale Kompetenz im Umgang mit anderen Pferden
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ein ausgeglicheneres, neugierigeres Verhalten
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eine bessere Stressregulation
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und eine effizientere körperliche Entwicklung
Im Gehirn lassen sich sogar stärkere Vernetzungen in Bereichen nachweisen, die für Anpassungsfähigkeit, Lernen und innere Balance zuständig sind.
Nähe ist kein Luxus – sondern Biologie
Besonders spannend: Die Studie belegt, dass soziale Nähe die sogenannte Allostase unterstützt – also die Fähigkeit des Körpers, sich vorausschauend an Herausforderungen anzupassen. Ob Wetterwechsel, Futterumstellung oder neue soziale Situationen: Fohlen, die früh Sicherheit und soziale Stabilität erleben, können damit besser umgehen.
Für die Praxis heißt das:
Zeit bei der Mutter, ruhige soziale Gruppen und wenig unnötiger Stress sind keine „weichen Faktoren“, sondern echte Entwicklungsbausteine.
Ein Blick auf die Fohlensaison 2026
Gerade jetzt, vor den anstehenden Geburten, lohnt es sich, bestehende Abläufe zu hinterfragen:
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Wie viel ungestörte Zeit haben Stute und Fohlen nach der Geburt?
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Welche sozialen Kontakte sind in den ersten Monaten möglich?
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Wird frühe Trennung wirklich aus Notwendigkeit vorgenommen – oder aus Gewohnheit?
Die Forschung legt nahe: Jeder zusätzliche Tag sozialer Stabilität kann langfristig einen Unterschied machen.
Was wir von den Fohlen lernen können
Diese Studie richtet sich nicht mit erhobenem Zeigefinger an die Zucht – im Gegenteil. Sie liefert wissenschaftliche Bestätigung für das, was viele erfahrene Züchter*innen längst beobachten:
Fohlen, die sicher, sozial eingebettet und stressarm aufwachsen, sind oft die ausgeglicheneren, belastbareren Pferde.Wenn in diesem Frühjahr die nächsten Fohlen geboren werden, geht es um mehr als einen guten Start ins Leben. Es geht um die Weichenstellung für Jahre.
Soziale Nähe, Zeit und Fürsorge sind dabei kein Mehraufwand – sondern eine Investition in gesunde, leistungsfähige und charakterstarke Pferde.
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