
Konik-Pferde im Schwarzwald: Natürliche Weidepflege für die Artenvielfalt / Foto iStock
Natürliche Weidepflege im Schwarzwald: Wildpferde erhalten die Berglandschaft
27. Mai 2025
Im Schwarzwald sind seit einigen Jahren wieder sogenannte „wilde“ Pferde unterwegs, die eine wichtige Rolle beim Erhalt der einzigartigen Bergweiden spielen. Diese Flächen, auch als Grinden bekannt, sind über Jahrhunderte hinweg durch menschliche Nutzung entstanden und gehören zu den wertvollsten Ökosystemen des Nationalparks Schwarzwald.
In der Nähe von Kniebis im Nordschwarzwald leben derzeit nur wenige Konik-Pferde – eine alte, den Wildpferden ähnliche Rasse, die vor Jahrhunderten im Schwarzwald heimisch war. Diese Tiere leben dort weitgehend selbstständig und werden nur gelegentlich für medizinische Kontrollen vom Menschen betreut. Ihre Aufgabe ist es, die vielfältigen Bergweiden auf natürliche Weise zu pflegen.
Die Pferde benötigen keine aufwändigen Eingriffe: Sie grasen, schlafen und bewegen sich frei in ihrer Umgebung. Durch ihr natürliches Verhalten verändern sie die Landschaft auf schonende Weise – sie knabbern an Knospen, fressen Gras oder reiben sich an Bäumen. Dabei schaffen sie unterschiedliche Lebensräume für zahlreiche Tierarten, darunter Insekten, Vögel und Reptilien, die in dichten Wäldern oder offenen Wiesen keinen Platz finden.
Das Projekt hat bereits positive Veränderungen gezeigt: Die vielfältige Flora und Fauna profitiert von den natürlichen Weideflächen, die durch das Verhalten der Pferde offen gehalten werden. Der Kot der Tiere trägt zudem zur Bodenverbesserung bei und fördert das Wachstum verschiedener Insektenarten. Seit fünf Jahren beobachten Experten die Entwicklungen und lernen immer mehr über die komplexen Zusammenhänge zwischen Tier und Natur.
Frühere Bewohner des Schwarzwaldes wie Auerochsen oder Wisente sind heute ausgestorben; die Koniks sollen diese Lücke im Ökosystem auf natürliche Weise schließen. Wichtig ist jedoch, dass die Tiere nicht von Menschen gefüttert oder angelockt werden. Da sie zwar wild erscheinen, sind sie doch an den Kontakt mit Menschen gewöhnt und benötigen regelmäßige medizinische Versorgung.
Das Projekt im Schwarzwald gilt international als Vorbild für naturnahe Landschaftspflege durch Weidetiere. Es zeigt eindrucksvoll, wie ein ausgewogenes Zusammenspiel zwischen Tier und Natur dazu beitragen kann, wertvolle Lebensräume zu bewahren – ganz ohne schwere Maschinen oder chemische Eingriffe.
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