Paso Peruanos , Barockpferde, Hofreitschule News

Paso Peruanos bei einer traditionellen peruanischen Paso-Horse-Demonstration auf einer Hacienda im Heiligen Tal, Cusco, Peru. / Foto: iStock marktucan

Der Paso Peruano

9. Mai 2026

Ein Lauffreudiger Begleiter mit charaktervoller Eleganz

Der Paso Peruano ist eine der markantesten und beliebtesten Pferderassen Südamerikas. Seine besondere Stellung verdankt er vor allem dem unverwechselbaren „Paso“ – einem ruhigen, gleichmäßigen Takt, der dem Reiter ein geschmeidiges und entspanntes Reiterlebnis bietet.

Herkunft und Geschichte
Der Paso Peruano hat seine Wurzeln in Peru, wo er als eigenständige Rasse seit dem 19. Jahrhundert anerkannt ist. Er entstand durch die Kreuzung regionaler iberischer Pferderassen mit einheimischen Tanghueros-Pferden. Zunächst überwiegend in peruanischen Reiterkreisen geschätzt, gewann der Paso Peruano im 20. Jahrhundert auch international an Bekanntheit. Heute wird er weltweit gezüchtet und bewahrt vor allem seinen charakteristischen Gang, den Paso llano (oder einfach Paso), der ihn unverwechselbar macht.

Körperbau und Erscheinungsbild

  • Größe: In der Regel zwischen 145 und 165 cm Stockmaß.
  • Kopf: Harmonisch, oft gerade bis leicht profilierte Nase, expressive Augen.
  • Typische Merkmale: Kurze, kompakte Bauweise; starke Hinterhand; gut bemuskelte Schulterpartie.
  • Fellfarben: Sehr vielseitig, von einfarbig über Schecken bis zu Berber- oder Braun-Tönen; häufig treten glänzende, glatte Fellfarben auf.
  • Beine: Stabil und trocken gebaut, mit guten Hufen.

Gang und Bewegungsqualitäten
Der Paso Peruano ist vor allem für seinen ruhigen, fließenden Paso llano bekannt, der eine gleichmäßige, schritthafte Abfolge ohne merkliche Ab- oder Aufwärtsbewegung der Schulter zeigt. Der besondere Bewegungsablauf sorgt dafür, dass der Reiter in allen Gangarten erschütterungsfrei sitzt und somit auch längere Ritte angenehm bleiben.

Charakter und Temperament
Paso Peruano-Pferde gelten als menschenfreundlich, gelassen und neugierig. Sie zeigen oft eine ausgesprochene Lernbereitschaft, sind intelligent und recht sensibel. Durch ihren ausgeprägten Mut und ihr gutes Nervenkostüm eignen sie sich gut für Reiterinnen und Reiter mit unterschiedlichem Erfahrungsstand – vom Anfänger bis zum fortgeschrittenen Freizeitreiter. Eine konsequente, faire Ausbildung wird geschätzt, da der freundliche Charakter am besten entfaltet wird, wenn klare Strukturen und positive Verstärkung verwendet werden.

Anwendung und Reitpraxis
Durch seinen angenehmen Sitzkomfort und seine ruhige Natur ist der Paso Peruano ideal für lange Ausritte, entspannte Reittage sowie Reittherapie-Situationen, in denen Geduld, Stimmigkeit und Führigkeit gefragt sind. In einigen Ländern gibt es spezielle Paso-Wettbewerbe, bei denen Gangqualität und Führigkeit bewertet werden.

Drei-, Vier- oder Fünfgänger?
In Europa würde man den Paso Peruano als Fünfgänger sehen, weil hier auch einige Pferde im Trab und im Galopp geritten werden. In Peru wird Trab als Mangel gesehen und somit nicht akzeptiert. In seiner Heimat Peru wird der Paso Peruano hauptsächlich im Paso Llano ausgebildet und am Turnier geprüft – Galopp ist nicht relevant. Entsprechende Exemplare zeigen häufig keinen oder keinen sauberen Galopp.

 

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„Du triffst nicht auf ein Pferd zufällig. Es ist das Schicksal, das dich zu ihm führt.“

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