Daniel Schneiders und Matthes Röckener, Vierer-Gespann, Pferdeshow, Hofreitschule News

Daniel Schneiders und Matthes Röckener präsentierten mit ihrem Vierer-Gespann einen ganz neuen Show-Act. / Foto: © Pferdefotografie Stefan Lafrentz

75 Jahre VR CLASSICS – Ein Fest der Pferdekultur mit Herz und Haltung

13. Februar 2026

(Neumünster) Mit einer eindrucksvollen Jubiläumsshow eröffneten die VR CLASSICS Neumünster ihre Turnierwoche bereits am Mittwochabend – und setzten damit ein emotionales Zeichen zum 75-jährigen Bestehen. Rund 2.000 Zuschauer erlebten in der ausverkauften Holstenhalle 1 einen Abend, der weit über klassischen Turniersport hinausging: eine Hommage an Pferd, Reiter und die gewachsene Reitkultur.

Für uns Freizeitreiter und Liebhaber der Barockreiterei war besonders spürbar, wie sehr an diesem Abend Harmonie, Partnerschaft und Ausdruckskraft im Mittelpunkt standen.

Zwischen Freiheitskunst und sportlicher Eleganz

Die künstlerische Leitung lag bei Showreiterin Lisa Röckener, die selbst Teil des Programms war. Ihr Ansatz: Tradition würdigen und zugleich moderne Impulse setzen. Eine Haltung, die auch in der klassischen Reitkunst vertraut ist – Bewahren und Weiterentwickeln gehören untrennbar zusammen.

Den poetischen Auftakt gestaltete Matthes Röckener mit einer Freiheitsdressur. Vier Pferde und Ponyhengst Cody bewegten sich ohne Zaumzeug und sichtbare Hilfen durch die Arena – getragen von feiner Körpersprache und gegenseitigem Vertrauen. Bilder, wie man sie sonst aus der Freiheitsarbeit iberischer oder barocker Tradition kennt: leicht, spielerisch und doch von hoher Konzentration.

Im anschließenden Pas de deux traf Dressur auf Springsport: Franziska Schwiebert und Hannes Ahlmann präsentierten eine harmonische Darbietung, in der selbst anspruchsvolle Lektionen wie Galopptraversalen und Serienwechsel mühelos wirkten. Besonders bemerkenswert: die Selbstverständlichkeit, mit der hier sportliche Präzision und partnerschaftliches Reiten verschmolzen.

Kreativität, Mut und neue Ideen

Voltigierkunst zu modernen Klängen zeigte, wie Athletik und Pferdegefühl eine Einheit bilden können, während Fahrsportler Daniel Schneiders gemeinsam mit Matthes Röckener eine außergewöhnliche Idee umsetzte: ein Viererzug, bei dem die Vorderpferde ausschließlich über Leinen dirigiert wurden. Ein Schaustück für Vertrauen, feine Kommunikation und präzise Abstimmung.

Musikalische Akzente setzte die Kür von Markus Waterhues und Caroline Locklair, die von einem Live-Saxophon begleitet wurde. Tanz, Musik und Pferd verschmolzen dabei zu einem atmosphärisch dichten Gesamterlebnis, das das Publikum sichtbar berührte.

Gemeinschaft mit Augenzwinkern

Für heitere Momente sorgte ein „Familienduell“ bekannter Reiterfamilien aus Schleswig-Holstein – mit Wissensfragen, Bewegungsspielen und viel Humor. Das Publikum fieberte hörbar mit. Solche Momente zeigen: Pferdesport lebt nicht allein von Medaillen, sondern von Gemeinschaft, generationsübergreifender Leidenschaft und gemeinsamen Erinnerungen.

Ein Finale mit Symbolkraft

Mit der temperamentvollen Ungarischen Post von Emilia Schlotterbeck und einer spektakulären Feuerinszenierung fand der Abend seinen krönenden Abschluss. Als eine leuchtende „75“ in der Arena erstrahlte, wurde deutlich, was dieses Jubiläum wirklich bedeutet: 75 Jahre Pferdekultur, gewachsen aus Engagement, Begeisterung und der besonderen Verbindung zwischen Mensch und Pferd.

Für alle Pferdeliebhaber bleibt die Botschaft dieses Abends inspirierend: Unabhängig von Disziplin oder Leistungsniveau steht die partnerschaftliche Arbeit mit dem Pferd im Zentrum. Tradition und Moderne schließen sich nicht aus – sie bereichern einander.

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„Du triffst nicht auf ein Pferd zufällig. Es ist das Schicksal, das dich zu ihm führt.“

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