In den Tagen vor der Saca de las Yeguas suchen über 200 Helfer in diesem weiten Feuchtgebiet nach den Marismeño-Herden. Dreckverkrustete Stiefel und Steigbügel zeugen von den anstrengenden Einsätzen: Der Guadalquivir und seine Nebenflüsse formen durch regelmäßige Überschwemmungen ein riesiges, sumpfiges Gebiet.

In den Tagen vor der Saca de las Yeguas suchen über 200 Helfer in diesem weiten Feuchtgebiet nach den Marismeño-Herden. Dreckverkrustete Stiefel und Steigbügel zeugen von den anstrengenden Einsätzen: Der Guadalquivir und seine Nebenflüsse formen durch regelmäßige Überschwemmungen ein riesiges, sumpfiges Gebiet. / Foto: Wikipedia simonsimages

Die Saca de las Yeguas

11. August 2025

Jahrhundertealte Tradition in Andalusien

Die Saca de las Yeguas ist eine bedeutende kulturelle und landwirtschaftliche Veranstaltung in der Region Andalusien, die jedes Jahr im Juni stattfindet. Dabei handelt es sich um den traditionellen Einzug der Marismeño-Pferdestuten aus dem Parque Nacional de Doñana zum Viehmarkt in die nahegelegene Stadt Almonte. Dieses Ereignis ist nicht nur ein wichtiger Bestandteil des regionalen Brauchtums, sondern auch ein bedeutender Schutzmechanismus für die Erhaltung der alten Pferderasse.

Historischer Hintergrund

Die Tradition der Saca de las Yeguas reicht mehrere Jahrhunderte zurück und ist tief in der Geschichte der Region verwurzelt. Ursprünglich diente sie dazu, die wilden Herden der Marismeño-Pferde zu kontrollieren, ihre Zahl zu regulieren und die Tiere für den Verkauf oder die Zucht vorzubereiten. Über die Jahrhunderte wurde diese Praxis zu einem festen Bestandteil des kulturellen Lebens in Andalusien und symbolisiert die enge Verbindung zwischen Mensch und Natur.

Der Ablauf der Veranstaltung

In den Tagen vor dem eigentlichen Auszug sind zahlreiche Helfer im Einsatz, um die Herden im riesigen Gebiet des Nationalparks aufzuspüren. Die Suche gestaltet sich je nach Jahr unterschiedlich: Manchmal gelingt es den Helfern innerhalb eines Tages, alle Pferde zu finden; in anderen Jahren dauert es mehrere Tage. Die Arbeit erfordert viel Geschick und Ausdauer, da die Helfer durch sumpfiges Gelände, dichte Vegetation und unwegsames Terrain navigieren müssen.

Am Tag des Auszugs versammeln sich Reiterinnen und Reiter, meist mit traditionellen Trachten gekleidet, um die Pferde einzufangen und auf den Weg nach Almonte zu bringen. Die Stuten werden dabei sorgfältig herangeführt, um sie sicher zum Markt zu geleiten. Das Ganze ist begleitet von festlicher Stimmung, Musik und traditionellen Bräuchen, die das Gemeinschaftsgefühl stärken.

Bedeutung für Kultur und Naturschutz

Die Saca de las Yeguas ist mehr als nur eine landwirtschaftliche Veranstaltung; sie ist ein lebendiges Zeugnis der kulturellen Identität Andalusiens. Gleichzeitig spielt sie eine wichtige Rolle beim Schutz der Marismeño-Pferde, da durch das Einfangen und den Verkauf auch finanzielle Mittel für den Erhalt dieser bedrohten Rasse generiert werden.

Darüber hinaus trägt das Event dazu bei, das Bewusstsein für den Wert des Naturschutzes im Parque Nacional de Doñana zu stärken. Es verbindet Tradition mit Naturschutzarbeit und zeigt, wie alte Bräuche dazu beitragen können, das ökologische Gleichgewicht sowie das kulturelle Erbe einer Region zu bewahren.

Die Saca de las Yeguas ist ein faszinierendes Beispiel für die harmonische Verbindung von Kultur, Natur und Tradition in Andalusien. Sie bewahrt nicht nur eine jahrhundertealte Praxis, sondern fördert auch den Schutz einer einzigartigen Tierart und stärkt das Gemeinschaftsgefühl in der Region. Dieses Ereignis bleibt ein lebendiges Symbol für das reiche Erbe Andalusiens und seine nachhaltige Beziehung zur Natur.

Bildquelle: Wikipedia

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„Du triffst nicht auf ein Pferd zufällig. Es ist das Schicksal, das dich zu ihm führt.“

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