
Reise zur Spanischen Hofreitschule und ins barocke Wien
21. Oktober 2025
Ein unvergessliches Wochenende im Zeichen der klassischen Reitkunst
Der Landesverband klassisch-barocke Reiterei Baden-Württemberg unternahm mit einer begeisterten Gruppe eine besondere Reise in die österreichische Hauptstadt Wien – mit dem Ziel, hinter die Kulissen der legendären Spanischen Hofreitschule zu blicken und zugleich in die prachtvolle Welt des barocken Wiens einzutauchen.
Tag 1 – Ankommen und Einstimmen auf barocke Zeiten
Nach der Anreise bezog die Gruppe Quartier im traditionsreichen Hotel Stefanie, dem ältesten Hotel Wiens. Das stilvolle Ambiente, die zentrale Lage und der exzellente Service sorgten für den perfekten Auftakt.

Beim gemeinsamen Abendessen begrüßte der erste Vorsitzende Jürgen Mildenberger die Teilnehmer und stellte das Programm der kommenden Tage vor. Mit einem kurzweiligen Vortrag über die Entwicklung der barocken Reiterei stimmte er die Gruppe auf die bevorstehenden Erlebnisse ein – ein Abend, der bereits ahnen ließ, welch außergewöhnliche Eindrücke folgen sollten.
Tag 2 – Begegnung mit der hohen Schule der Reitkunst
Der erste Weg führte selbstverständlich zur Spanischen Hofreitschule. Schon die Morgenarbeit der Lipizzanerhengste beeindruckte durch Präzision, Eleganz und Harmonie. Bei einer exklusiven Führung durch die Stallungen der Hofburg gewährte Oberbereiter Marcus Nowotny faszinierende Einblicke in die Arbeit mit den edlen Hengsten, beantwortete viele fachliche Fragen und präsentierte stolz seinen besten Schulhengst.

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch der Sattelkammer, wo sich interessante Gespräche rund um Zäumungen und Sättel entwickelten – ein echtes Fachthema für die Teilnehmer.

Nach diesem eindrucksvollen Start führte der Weg zum Schloss Schönbrunn mit der prachtvollen Wagenburg und einer spannenden Führung durch die Lebenswelt Maria Theresias. Die barocken Gemächer, die Geschichten über die Habsburger und der Blick hinter die höfische Fassade zogen alle in ihren Bann.
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Zum Abschluss des Tages stand der Besuch der Hofjagd- und Rüstkammer im Kunsthistorischen Museum auf dem Programm – eine der bedeutendsten Waffensammlungen der Welt.

Beim anschließenden Abendessen im historischen 12-Apostel-Keller klang der Tag bei österreichischer Küche und angeregten Gesprächen stimmungsvoll aus.

Tag 3 – Am Heldenberg: Die Wiege der Ausbildung
Am Samstag führte die Reise zum Heldenberg, dem modernen Trainingszentrum der Spanischen Hofreitschule. Hier werden die Junghengste auf ihren künftigen Einsatz vorbereitet – oder die erfahrenen Schulhengste genießen eine wohlverdiente Ruhepause.
Die Gruppe wurde herzlich empfangen von Oberbereiter Herbert Seiberl, den Bereitern Helmut Oberhauser und Marius Schreiner sowie dem Stallmeister Josef Ehn. Das eigens für den Landesverband gestaltete Fachseminar bot nicht nur lehrreiche Einblicke, sondern war für alle Teilnehmer ein ganz besonderes Erlebnis.

Die Bereiter demonstrierten die Arbeit der jungen Pferde, erklärten die Schulen auf der Erde und zeigten eindrucksvoll die Schulen über der Erde – jene spektakulären Sprünge, die die klassische Reitkunst der Hofreitschule weltweit berühmt gemacht haben. Fachliche Fragen wurden offen diskutiert, wertvolle Tipps und Inspirationen geteilt. Dieses Seminar – darin waren sich alle einig – war der Höhepunkt der gesamten Reise.

Nach der Führung durch die Stallungen ging es weiter zum benachbarten Falkenhof Heldenberg, wo Eigentümer Mario Aigner die Gruppe in die faszinierende Welt der Greifvögel entführte. Mit großer Leidenschaft und Fachkenntnis verstand er es, die Tradition der Falkenjagd in ihren barocken Ursprungskontext einzuordnen und eindrucksvoll zu zeigen, wie eng diese edle Jagdform mit der Kultur und Reitkunst jener Zeit verbunden war.
In einer eindrucksvollen Flugschau demonstrierten Wanderfalke, Uhu und Weißkopfseeadler ihre beeindruckenden Fähigkeiten und machten sichtbar, welch hohe Kunst und Harmonie zwischen Mensch, Tier und Natur auch in der Falknerei steckt – ein weiterer Gänsehautmoment dieses außergewöhnlichen Wochenendes.
Den Abend verbrachte die Gruppe im gemütlichen Restaurant Stöckl im Park in geselliger Runde. Als besondere Gäste durften Oberbereiter Herbert Seiberl und Bereiteranwärterin Paula Behrens begrüßt werden – eine einmalige Gelegenheit für persönliche Gespräche und fachlichen Austausch in familiärer Atmosphäre.
Tag 4 – Krönender Abschluss in der Hofreitschule
Am Sonntagmorgen genoss die Gruppe noch einmal das reichhaltige Frühstück im Hotel, bevor das Wochenende mit der offiziellen Sonntagsvorführung der Spanischen Hofreitschule seinen festlichen Höhepunkt fand.
Das „Ballett der weißen Hengste“ mit seinen präzisen Lektionen, der Musik und der majestätischen Eleganz bot den perfekten Abschluss einer Reise, die alle Teilnehmer nachhaltig begeisterte.

Jörg Gokeler, zweiter Vorsitzender des Landesverbandes, fasste die Stimmung treffend zusammen:
„Dieses Wochenende war ein herausragendes Erlebnis – voller Wissen, Emotion und eindrucksvoller Begegnungen mit der barocken Reitkunst.“
Fortsetzung geplant – jetzt vormerken!
Aufgrund der grossen Begeisterung und des positiven Feedbacks wird der Landesverband diese Reise in naher Zukunft erneut anbieten. Der genaue Termin steht noch nicht fest, doch Interessierte können sich bereits jetzt unverbindlich vormerken lassen.
Eine wunderbare Gelegenheit, die Welt der klassisch-barocken Reitkunst, der Spanischen Hofreitschule und der barocken Lebensart Wiens erneut zu erleben – aus nächster Nähe und mit exklusiven Einblicken.
Text und Fotos: Landesverband klassisch-barocke Reiterei Baden-Württemberg
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