
Lipizzanerhengst im Training / Foto: iStock acceptfoto
Handarbeit im Fokus: Bodenarbeit als Fundament einer fairen Partnerschaft
23. Oktober 2025
Der Spruch „Eine gute Ausbildung beginnt am Boden“ ist dir sicherlich schon oft begegnet. Genau darum geht es bei der klassischen Bodenarbeit. Sie bildet die Basis für eine harmonische und faire Zusammenarbeit zwischen dir und deinem Pferd im Sattel und hilft deinem Vierbeiner, ein erstes Verständnis für die zu erlernenden Lektionen zu entwickeln.
Warum ist Handarbeit wichtig?
Die Handarbeit spielt eine entscheidende Rolle in der Ausbildung, da sie deinem Pferd ermöglicht, grundlegende Fähigkeiten in einer entspannten Umgebung zu erlernen. Um effektive Lernergebnisse zu erzielen, sind kurze, aber häufige Übungseinheiten empfehlenswert. In den ersten Trainingseinheiten am Boden wird dein Pferd zunächst mit der jeweiligen Lektion vertraut gemacht. Nach erfolgreichem Abschluss der Aufgabe ist es sinnvoll, eine Pause einzulegen oder die Einheit zu beenden, damit dein Pferd das Gelernte verarbeiten kann. Diese Einheiten können zwischen zwei und zwanzig Minuten dauern. Durch regelmäßige Wiederholungen wird das Erlernte gefestigt und kann später im Sattel angewendet werden. Die Handarbeit legt somit die Grundlage für eine spätere feine und respektvolle Zusammenarbeit im Sattel.
Dein Pferd lernt nicht nur den Umgang mit verschiedenen Ausrüstungsgegenständen, sondern auch grundlegende Verhaltensregeln. Selbst wenn du nicht vorhast, dein Pferd zu reiten, bietet die Handarbeit eine hervorragende Möglichkeit, eure Beziehung zu vertiefen. Mit der Zeit wird dein Vierbeiner deine Körpersprache besser verstehen und sensibler darauf reagieren.
Welche Ausrüstung benötigst du?
Die Handarbeit kann sowohl mit als auch ohne Gebiss durchgeführt werden. Dafür benötigst du geeignete Ausrüstungsgegenstände wie einen gut sitzenden Kappzaum oder eine Trense, die auf dein Pferd abgestimmt sind. Außerdem solltest du eine Gerte zum Zeigen oder leichten Berühren sowie Zügel haben, die an deinem gewählten Kopfstück befestigt werden können. Achte darauf, bequeme Schuhe zu tragen, um problemlos neben deinem Pferd herlaufen zu können.
Die richtige Position beim Führen Im Gegensatz zur Bodenarbeit bewegst du dich während der Handarbeit stets auf Schulterhöhe deines Pferdes oder leicht davor. Die Zügel liegen dabei, wie beim Reiten, über dem Hals des Tieres. Deine innere Hand hält den inneren Zügel nah am Trensenring, während der äußere Zügel über die Schulter des Pferdes gelegt wird und deine äußere Hand diesen Zügel etwa auf Kniehöhe führt. Die Gerte hältst du in deiner äußeren Hand; in der Grundposition zeigt sie nach unten in Richtung Sprunggelenk des Pferdes. Dein Körper sollte zum Pferd gedreht sein. Um in Bewegung zu kommen, drehst du deinen Körper in die Laufrichtung und zeigst mit der Gerte zur Hinterhand des Tieres.
Stelle dir deine Körpersprache wie das Öffnen eines Tores vor: Wenn das Tor geöffnet wird (dein Pferd soll loslaufen), gibst du Raum frei; wenn es geschlossen wird (dein Pferd soll stehen bleiben), drehst du dich zum Tier und blockierst es mit deiner Körpersprache. Die Zügel sollten locker gehalten werden und nur sanfte Impulse geben – beispielsweise durch eine kurze Parade beim Anhalten. Sobald dein Pferd die Übung korrekt ausgeführt hat, gönne ihm eine kurze Pause mit langen Zügeln, damit es sich dehnen und das Gelernte besser verarbeiten kann. Überlege auch, Stimmhilfen einzuführen: Ein kurzes Schnalzen könnte beispielsweise das Antreten signalisieren, während ein langgezogenes „Schhhh“ das Anhalten ankündigt.
Die klassische Bodenarbeit ist ein wertvolles Instrument in der Ausbildung deines Pferdes und fördert nicht nur dessen Fähigkeiten, sondern auch eure Beziehung zueinander. Indem du deinem Vierbeiner Zeit gibst, um Lektionen am Boden zu lernen und zu verstehen, schaffst du eine solide Grundlage für zukünftige Herausforderungen im Sattel. Nutze diese Gelegenheit zur Vertiefung eurer Verbindung – sowohl am Boden als auch im Sattel!
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