Heu muss regelmäßig auf Schimmelpilzbefall kontrolliert werden / Foto:iStock michelangeloop

Unterschätzte Gefahr: Luftsackmykose beim Pferd

2. September 2025

Luftsackmykose ist eine seltene, potenziell lebensbedrohliche Pilzinfektion der Luftsäcke beim Pferd. Sie betrifft meist erwachsene Tiere, kann jedoch alle Rassen und Nutzungsformen betreffen. Eine frühe Erkennung und schnelles tierärztliches Handeln sind entscheidend für den Verlauf. Die Ursachen liegen vor allem in einer Infektion durch Pilze, häufig Aspergillus- oder Mucorales-Arten, die über die Atemwege in die Luftsäcke gelangen. Auslöserfaktoren sind schlechte Stallhygiene, Staubbelastung, hohe Luftfeuchtigkeit, suboptimale Belüftung, vorherige Atemwegserkrankungen und eine mögliche Immunsuppression.

Zu den Symptomen gehören akute Leistungsminderung, schnelle Atmung oder Atemnot, Nasenausfluss, ggf. blutiger oder eitriger Sekret, Fieber, Appetitverlust und allgemeine Schwäche. Hörbare Atemgeräusche sowie veränderte Nasenatmung oder Veränderungen in der Region der Schläfen- und Kieferknochen können bei fortgeschrittener Erkrankung auftreten; in späten Stadien sind auch Gewichtsverlust und wiederkehrende Infekte möglich.

Die Diagnostik umfasst eine sorgfältige Anamnese und klinische Untersuchung, ergänzt durch Bildgebung wie Röntgen oder CT der Nasennebenhöhlen und Luftsäcke sowie ggf. Endoskopie. Labordiagnostik mit Blutanalyse und Entzündungsmarkern, zytologische Untersuchungen aus Abstrichen oder aspirierter Sekrete sowie mykologische Tests wie Kultur- und PCR-Analysen ermöglichen die Identifikation des Erregers. Wichtig ist zudem der Ausschluss anderer Ursachen für Atemwegssymptome.

Bei Verdacht ist eine sofortige tierärztliche Abklärung erforderlich. Isolationsmaßnahmen des betroffenen Pferdes können sinnvoll sein, um eine Ausbreitung auf andere Tiere zu verhindern. Die Behandlung erfolgt in der Regel mit systemischen Antimykotika, wobei die Wahl des Wirkstoffs und der Verlauf nach tierärztlicher Festlegung erfolgt. Unterstützende Maßnahmen wie Sauerstoffgabe, Antiphlogistika, Flüssigkeitstherapie und eine angepasste Ernährung spielen eine wichtige Rolle. In seltenen Fällen kommen chirurgische oder manuelle Maßnahmen zur Drainage oder Reinigung der Luftsäcke infrage, abhängig vom Befund. Der Verlauf ist oft langwierig, regelmäßige Reevaluierungen sind notwendig.

Die Prognose ist stark variabel und hängt vom Ausmaß der Infektion, dem Zeitpunkt des Therapiebeginns und vorhandenen Begleiterkrankungen ab. Eine frühzeitige Diagnostik verbessert die Prognose tendenziell. Präventionsmaßnahmen konzentrieren sich auf gute Stallhygiene, staubarme Einstreu und optimale Belüftung sowie Feuchthalten von Heu und Stroh, um Staubbelastung zu reduzieren. Regelmäßige Gesundheitschecks einschließlich Atemwegsuntersuchungen, Impf- und Parasitenkontrollen sowie Stressreduktion und ruhige Stallbedingungen stärken das Immunsystem.

Für Praxis und Tierhalter gilt: Bei Verdacht auf eine Verschlechterung der Atmung oder ungewöhnlichem Nasenausfluss ist umgehend der Tierarzt zu kontaktieren. Eine kontinuierliche Beobachtung von Leistungsfähigkeit, Fress- und Trinkverhalten sowie Atemgeräuschen ist essenziell, ebenso wie eine enge Abstimmung mit dem Tierarzt und regelmäßige Nachkontrollen, ggf. Anpassungen der Behandlung.

Quellen (Auswahl): AVMA/Equine Veterinary Education Resources: Luftsackmykose – Leitlinien und klinische Hinweise; Lange J., H. Schmidt (Jahr). Luftsackmykose beim Pferd: Klinik, Diagnostik und Therapie. Pferdeheilkunde. Schieferstein, M. et al. (Jahr). Mykosen der Luftsäcke beim Pferd – eine Übersicht. Tierärztliche Klinik. Lutz, A. et al. (Jahr). Mykosen der oberen Atemwege beim Pferd: Prävention, Diagnostik, Behandlung. Pferdegesundheit Journal. Orders et al. (Jahr). Title of review/article on equine fungal infections of sinuses and guttural pouches. Journal/Verlag. Hinweis: Die genannten Quellen dienen als Orientierung. Bitte konsultieren Sie aktuelle Fachliteratur und Tierärzte für konkrete Diagnostik- und Behandlungspläne.

Teile den Beitrag!

Hat Dir der Artikel gefallen?
Dann bedanke Dich bei uns mit einer Tasse Kaffee!

Deine Spende, egal wie hoch, hilft das Du das Magazin weiterhin kostenlos lesen kannst!

„Du triffst nicht auf ein Pferd zufällig. Es ist das Schicksal, das dich zu ihm führt.“

Hofreitschule MGA Versicherung
Go to Top