Pferdeherpes, Herpesausbruch bei Pferden

Pferdebesitzer sind besorgt: Immer wieder Ausbrüche des gefährlichen Pferdeherpes

1. April 2025

Pferdeherpes, verursacht durch das Equine Herpesvirus (EHV), ist ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko für die Pferdepopulation und sorgt immer wieder für Besorgnis unter Pferdebesitzern. Die wiederkehrenden Ausbrüche dieser Virusinfektion können nicht nur zu schweren Erkrankungen bei den Tieren führen, sondern auch weitreichende Folgen für die gesamte Reit- und Zuchtgemeinschaft haben. Die Ansteckung erfolgt häufig über direkten Kontakt oder durch Tröpfcheninfektion, was die Kontrolle und Eindämmung der Krankheit erschwert. Angesichts der potenziellen Gefahren ist es für Pferdehalter unerlässlich, sich über die Symptome, Übertragungswege und präventive Maßnahmen zu informieren, um ihre Tiere bestmöglich zu schützen und die Verbreitung des Virus zu verhindern.

Stallmanagement und Maßnahmen zur Verringerung des Infektionsrisikos

Ein effektives Stallmanagement spielt eine entscheidende Rolle bei der Minimierung des Infektionsrisikos für EHV. Hier sind einige wichtige Maßnahmen:

  • Quarantäne neuer Pferde:
    Pferde, die neu in den Stall kommen oder von Turnieren zurückkehren, sollten vor dem Kontakt mit anderen Tieren isoliert werden. Zudem ist es ratsam, sie auf EHV testen zu lassen, um mögliche Infektionsquellen frühzeitig zu identifizieren.
  • Einschränkung des Personenverkehrs:
    Der Zugang zum Stall sollte auf das notwendige Personal beschränkt werden. Das Tragen von Schutzkleidung und die Einhaltung strenger Hygieneregeln durch alle Personen, die mit den Pferden in Kontakt kommen, sind essenziell, um das Virus unter Kontrolle zu halten.
  • Gesundheitsüberwachung:
    Eine regelmäßige Überprüfung der Körpertemperatur und der allgemeinen Gesundheit aller Pferde im Stall ermöglicht eine frühzeitige Erkennung von Symptomen einer Herpes-Infektion, wie beispielsweise Fieber.

Durch diese Maßnahmen können Pferdehalter aktiv dazu beitragen, das Risiko einer EHV-Infektion zu reduzieren und die Gesundheit ihrer Tiere zu schützen.

Übertragungswege des Equinen Herpesvirus

  • Tröpfcheninfektion:
    Infizierte Pferde setzen beim Husten, Niesen oder Schnauben kleine, virushaltige Tröpfchen in die Luft frei. Diese Tröpfchen können von anderen Pferden eingeatmet werden, was zu einer Ansteckung führen kann.
  • Direkter Kontakt:
    Pferde infizieren sich häufig durch direkten Nasen-zu-Nasen-Kontakt. Auch das gemeinsame Nutzen von Tränken, Futterstellen oder Lecksteinen fördert die Verbreitung des Virus.
  • Indirekte Übertragung:
    Das Virus kann über verschiedene Gegenstände wie Putzzeug, Halfter, Sättel, Tränken und Futtereimer übertragen werden. Selbst die Hände und Kleidung von Menschen können das Virus weitergeben. Besonders in Ställen mit engem Kontakt zwischen den Tieren besteht ein erhöhtes Risiko für eine Ansteckung.
  • Übertragung auf das ungeborene Fohlen:
    Tragende Stuten, die mit EHV-1 infiziert sind, können das Virus über die Plazenta an ihr ungeborenes Fohlen weitergeben. Dies kann zu Fehlgeburten oder zur Geburt lebensschwacher Fohlen führen, die kurz nach der Geburt sterben.
  • Reaktivierung durch Stress:
    Viele Pferde tragen das Virus ein Leben lang in sich, ohne ständig krank zu sein. In stressigen Situationen wie Transporten, Turnieren oder Stallwechseln kann das Virus reaktiviert werden und andere Pferde anstecken.

Hat mein Pferd Herpes

Beobachtung der Symptome:
  • Plötzliches Fieber, insbesondere in zwei Schüben
  • Husten, Nasenausfluss oder Schwäche
  • Koordinationsprobleme oder Lähmungen
Tierärztliche Diagnose:
  • PCR-Test auf Nasen- oder Blutproben (weist das Virus direkt nach)
  • Blutuntersuchung auf Antikörper (zeigt eine Infektion an)
  • Sektion bei Fehlgeburten zur Bestätigung von EHV-1
Da viele Pferde das Virus in sich tragen, aber nicht immer Symptome zeigen, ist es wichtig, bei Verdacht sofort einen Tierarzt zu konsultieren und Quarantänemaßnahmen zu ergreifen.

Ansteckungsdauer des Equinen Herpesvirus (EHV)

Das Equine Herpesvirus bleibt über einen längeren Zeitraum ansteckend. Infizierte Pferde können das Virus Wochen bis Monate nach der ursprünglichen Infektion ausscheiden, selbst wenn sie keine Symptome mehr zeigen. Diese verlängerte Ansteckungsphase macht es schwierig, EHV-Ausbrüche effektiv einzudämmen. Daher sollten Pferdehalter strenge Quarantänemaßnahmen und regelmäßige Tests durchführen, um sicherzustellen, dass keine Virusträger unentdeckt bleiben.

Diagnose des Equinen Herpesvirus (EHV)

Die frühzeitige Erkennung von EHV-Infektionen ist entscheidend, um die Ausbreitung zu verhindern. Es stehen verschiedene Testmethoden zur Verfügung, um eine EHV-Infektion festzustellen:

  • Polymerase-Kettenreaktion (PCR):
    Dies ist der genaueste Test zur Identifizierung von EHV. Durch Nasenabstriche oder Blutproben wird das genetische Material des Virus nachgewiesen. Die PCR-Methode ist schnell und liefert präzise Ergebnisse zur Diagnostik einer Infektion.
  • Virusisolierung:
    Bei diesem Verfahren wird das Virus aus Probenmaterial in Zellkulturen vermehrt. Obwohl es zeitaufwändiger ist, liefert es wertvolle Informationen über die Viruslast.
  • Serologische Tests:
    Diese Tests messen Antikörper im Blut, die auf eine EHV-Infektion hinweisen können. Ein signifikanter Anstieg des Antikörpertiters in aufeinanderfolgenden Proben deutet auf eine aktive Infektion hin.

Durch den Einsatz dieser diagnostischen Verfahren können Pferdehalter und Tierärzte gezielt handeln, um die Gesundheit der Tiere zu schützen und die Verbreitung des Virus zu stoppen.

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